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Wie wir unsere pflanzenbasierten Handyhüllen recycelbar machen

Christina Wulf

Nachhaltigere Handyhüllen aus PA11 – aus Pflanzen und Made in Germany

Unsere Handyhüllen bestehen aus einem besonderen Kunststoff: PA11. Dieses Material wird nicht aus Erdöl hergestellt, sondern aus Rizinusöl und gehört damit zu den wenigen technisch leistungsfähigen, biobasierten Kunststoffen. PA11 vereint Stabilität, Langlebigkeit und gute mechanische Eigenschaften mit einer nachwachsenden Rohstoffbasis. Wir verarbeiten dieses Material im SLS-3D-Druckverfahren direkt in Deutschland. Dadurch können wir lokal produzieren, Transportwege reduzieren und auch kleinere Stückzahlen wirtschaftlich umsetzen. Gleichzeitig bringt genau dieses Verfahren eine Herausforderung mit sich: Für im SLS-Verfahren verarbeitete PA11-Produkte existieren bisher kaum etablierte Recyclinglösungen, insbesondere nicht für bereits genutzte Endprodukte wie Handyhüllen.

Europäische Zusammenarbeit für das Recycling von PA11-Handyhüllen

Um dieses Problem zu lösen, arbeiten wir im Rahmen eines Interreg-Projekts mit der Saxion University of Applied Sciences in den Niederlanden zusammen, genauer mit dem Thermoplastic Composites Application Center (TPAC). Interreg ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, das gezielt grenzüberschreitende Innovationsprojekte unterstützt. Ziel unseres gemeinsamen Projekts ist es, einen funktionierenden Recyclingprozess für PA11 aus dem SLS-3D-Druck zu entwickeln. Der Fokus liegt darauf, gebrauchte Handyhüllen sowie Produktionsreste so aufzubereiten, dass daraus wieder ein hochwertiger Rohstoff entsteht. Damit greifen wir ein zentrales Problem auf: Für SLS-verarbeitetes PA11 gibt es bislang keine industriell etablierten Verfahren, um es zurück in den Materialkreislauf zu führen.

Kreislaufwirtschaft für Handyhüllen: Vom Recycling zum neuen Produkt

Im Projekt untersuchen wir, wie PA11-Handyhüllen nach ihrer Nutzung mechanisch aufbereitet und zu Granulat verarbeitet werden können. Dieses Rezyklat wird anschließend darauf getestet, ob es sich für neue Anwendungen eignet, etwa im Spritzguss oder für die Herstellung von Filamenten im 3D-Druck. Ein wichtiger Teil der Forschung ist dabei die Frage, ob sich die Materialeigenschaften erhalten lassen oder durch den Einsatz von recycelten Fasern sogar verbessern.

Ziel ist es, einen validierten Prozess zu entwickeln, der es ermöglicht, PA11 aus bestehenden Produkten zurückzugewinnen und erneut einzusetzen. Damit leisten wir einen Beitrag zu geschlossenen Materialkreisläufen, reduzieren Abfall und verringern den Bedarf an neuem Rohmaterial. Aktuell befinden wir uns in der Entwicklungsphase: Erste Materialien wurden gesammelt und an unseren Forschungspartner übergeben, während unsere PA11-Handyhüllen bereits im Alltag genutzt werden.

Eure Erfahrungen aus der Nutzung und euer Feedback fließen direkt in die Weiterentwicklung ein. Wenn du dir unsere aktuellen PA11-Handyhüllen anschauen möchtest, findest du sie hier: Handyhüllen

 

Das Interreg VI – Projekt „X-Lives“ wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert. Darüber hinaus beteiligen sich die folgenden Interreg-Partner an der Finanzierung: das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europa Angelegenheiten, das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klima und Energie NRW, das ministerie van Economische Zaken en Klimaat, die Provinzen Overijssel, Gelderland, Drenthe, Friesland, Groningen, Limburg und Nord-Brabant.

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